Evaluationsmethoden
Die Confidentia – Wirksamkeit durch Qualität GmbH handhabt – je nach Evaluationsgegenstand und Zielsetzung – bewusst ganz unterschiedliche Evaluationsansätze. Immer jedoch geht es um die Qualität der gelebten Praxis in einer lebendigen, an den Menschen orientierten Organisation.
Evolutive Evaluation
Soll die Evaluation die Entwicklung der Organisation und/oder der Fachlichkeit einer Institution unterstützen und dazu fachliche Ansätze, Schlüsselprozesse und Strukturen reflektieren, so bieten sich sogenannte evolutive Evaluationsformen (Developmental Evaluation) an. Evolutive Evaluationen können variabel und situationsorientiert gestaltet werden. Die jeweils passende Form und Methodik wird in der interaktiven (ko-kreativen) Zusammenarbeit zwischen den Evaluator:innen und den Verantwortlichen der evaluierten Institutionen/Angebote vereinbart (siehe hierzu auch den Beitrag „Was ist evolutive (entwickelnde) Evaluation?“ auf dieser Website). Eine evolutive Evaluation kann grundsätzlich auf jede Fragestellung der Organisation oder der Fachlichkeit passgenau zugeschnitten werden.
Die Confidentia GmbH stellt mit den drei Themenbereichen von „mittendurch – Schlüsselprozesse der Qualitätsentwicklung“, Modulen von „Qualität durch neue Wege“, der Wirksamkeitsevaluation und dem Gütesiegel der Gewaltprävention ein breites Evaluationsrepertoire zur Verfügung, auf das in freier Form „evolutiv“ zurückgegriffen werden kann.
Summative Evaluation
Während ein evolutiver Evaluationsansatz dazu dient, Entwicklungsprozesse durch Reflexion zu begleiten, liegt bei summativen Evaluationsformen der Fokus auf der Ergebnisqualität der Arbeit einer Institution bzw. ihrer Angebote. Zertifizierungen beruhen in der Regel auf einer summativen Evaluation (siehe aber im nächsten Kapitel den Spezialfall der „formativen Balance“). Die Beurteilung einer angebotsbezogenen Ergebnisqualität kann sich immer nur auf vorgegebene Kriterien beziehen. Diese bestehen entweder in verpflichtenden externen Vorgaben (gesetzlich, behördlich) – oder in der angestrebten fachlichen Wirksamkeit der Angebote.
Die Confidentia GmbH arbeitet auf beiden Feldern. Die Kita-Evaluationen zum Berliner Bildungsprogramm (BBP) und die Audits zu SODK Ost+ in der Schweizer Sozialtherapie z.B. nehmen öffentliche Qualitätsrichtlinien zum Ausgangspunkt. In beiden Fällen besteht eine öffentliche Zulassung, Auftraggeberin ist jedoch die evaluierte Institution. Für die Wirksamkeitsevaluation sozialer und pädagogischer Angebote und für die Auditierung der Gewaltprävention hat die Confidentia GmbH in Projekten mit zwei Fachverbänden (Anthropoi Bundesverband Deutschland, Rudolf Steiner Schulen Schweiz) qualitative Wirksamkeits- bzw. Gütekriterien erarbeitet und ein spezielles Evaluationsverfahren mit Zertifizierung (Gütesiegel) entwickelt. Diese sogenannte „mehrperspektivische Kohärenzprüfung“ bezieht die verschiedenen Personenkreise/Beteiligungsgruppen rundum ein soziales oder pädagogisches Angebot systematisch in die Evaluation ein und befragt sie aus ihrer jeweiligen Perspektive zu den zugrunde gelegten qualitativen Kriterien.
Formative Evaluation
Ein formativer Evaluationszugang befindet sich in der Mitte zwischen einer ergebnisorientierten summativen und einer entwicklungsorientierten evolutiven Evalutionsform und kann mehr dem einen oder dem anderen Pol zuneigen. Bestes Beispiel ist der sogenannte „Regelkreis“ – das klassische Fundament eines jeden Qualitätsmanagements (QM) – der als „Kontinuierlicher Verbesserungsprozess“ mehr die Erfüllung von Vorgaben/Erreichung von Zielsetzungen oder als „Kontinuierlicher Entwicklungsprozess“ mehr die situative Angemessenheit des Vorgehens hervorheben kann. Beide Ausprägungen gehen davon aus, dass die Dinge sich „kontinuierlich“ im Fluss befinden – insbesondere in der Arbeit mit Menschen.
Der Ansatz „mittendurch – Schlüsselprozesse der Qualitätsentwicklung“ nimmt eine zeitgemäße Organisations- und Führungspraxis in den Blick, welche die kreative Navigation durch komplexe Spannungsfelder erfordert und darin die „formative Balance“ sucht, ohne in unfruchtbare Einseitigkeiten zu geraten. Die Zertifizierung der Confidentia GmbH richtet sich auf die „formative Balance“ im Umgang mit den Schlüsselprozessen der Qualitätsentwicklung im Sinne des Ansatzes „mittendurch“.