Gewaltprävention

Auditierung der Gütekriterien - Gütesiegel (Zertifikat)

  • Konzepte und Regelungen zur Gewaltprävention (Gewaltschutzkonzept)
  • Ausgestaltung und Funktionsfähigkeit der Gewaltpräventions- und Meldestelle
  • Schutz vor direkter (personaler) Gewalt:
    – Materielle Gewalt
    – Physische Gewalt
    – Sexualisierte Gewalt
    – Psychische Gewalt
  • Schutz vor struktureller und kultureller Gewalt

Hier geht’s zum Praxisleitfaden: 

Das Verfahren zur Auditierung der Gütekriterien der Gewaltprävention richtet sich an sozialpädagogische und sozialpsychiatrische Institutionen sowie heilpädagogische Schulen und Tagesstätten oder Internate. Es wurde 2023 von der heutigen Confidentia – Wirksamkeit durch Qualität GmbH gemeinsam mit den Fachstellen Gewaltprävention des Anthropoi Bundesverbands entwickelt. Auf der Grundlage eines erfolgreichen Audits mit einem Anbieter der eigenen Wahl (worunter die Confidentia GmbH) bietet der Anthropoi Bundesverband in Deutschland für seine Mitgliedsorganisationen ein Gütesiegel zur Gewaltprävention an. In der Schweiz, in Österreich – und in Deutschland für Nicht-Mitgliedsorganisationen des Anthropoi Bundesverbands – obliegt die Auditierung – und wenn gewünscht – Zertifizierung der Gütekriterien der Gewaltprävention direkt der Confidentia – Wirksamkeit durch Qualität GmbH.

Die Gütekriterien der Gewaltprävention beziehen sich auf notwendige Konzepte und Regelungen zur Gewaltprävention, wie sie z.B. in einem Gewaltschutzkonzept vorliegen können, auf die hinreichende Ausgestaltung und Funktionsfähigkeit der Gewaltpräventions- und Meldestelle und auf den Schutz vor individueller und struktureller Gewalt. Die Gütekriterien der Gewaltprävention beinhalten den individuellen Schutz vor materieller, physischer, seelischer und sexualisierter Gewalt in allen Konstellationen:

  • zwischen Menschen mit Behinderung (Schüler:innen) untereinander,
  • zwischen Menschen mit Behinderung (Schüler:innen) und Mitarbeitenden,
  • zwischen Mitarbeitenden und Menschen mit Behinderung (Schülerinnen),
  • von Menschen mit Behinderung (Schüler:innen) gegenüber sich selbst.

Klare, adäquate Meldewege und Interventionen (z.B. nach dem Bündner Standard) sowie die erforderliche Nachsorge für Opfer und andere Betroffene sind zwingend eingeschlossen.

Die Gütekriterien des Schutzes vor struktureller Gewalt beziehen sich auf alle institutionellen Aspekte, die Gewalt verursachen können, von Barrieren und unzureichender Infrastruktur über fehlendes bzw. unzureichend qualifiziertes Personal bis hin zu unzulässigen, die Freiheit bzw. Selbstbestimmung einschränkenden institutionellen Maßnahmen.

Das Verfahren zur Auditierung der Gütekriterien der Gewaltprävention besteht in einer mehrperspektivischen Kohärenzprüfung:

  • Mehrperspektivität: Einbezug aller relevanten Beteiligungsgruppen,
  • Kohärenzprüfung: Vergleich der Aussagen der verschiedenen Beteiligungsgruppen auf Übereinstimmung,
  • Beteiligungsgruppen: Gesamtleitung, Gewaltpräventions- und Meldestelle, Menschen mit Behinderung bzw. Schüler:innen, Selbstvertretungsgremien, Angehörige/gesetzliche Vertretungen, Fachkräfte,
  • Mehrdimensionale Methoden: Dokumentenanalyse, Fragebögen (einfache Sprache/UK), Interviews.

Eine Auditierung oder Zertifizierung der Gewaltprävention kann mit anderen Evaluationen oder Audits der Confidentia – Wirksamkeit durch Qualität GmbH kombiniert oder abgewechselt werden:

  • Wirksamkeitsevaluationen zur Wirksamkeit der Kernaufgabe (Zertifikat möglich) beinhalten bereits einen Teil der Auditierung zur Gewaltprävention,
  • „mittendurch – Schlüsselprozesse der Qualitätsentwicklung“ (Prozessorientierte Evaluation, Zertifikat möglich)
  • Audits zu SODK Ost+ in der Sozialtherapie der dt. Schweiz.

Siehe dazu die gesonderten Darstellungen auf der Website.